Nagelpilz erkennen und behandeln

Die Behandlung eines Nagelpilzes ist recht aufwendig und langwierig, zumindest dann, wenn die Pilzinfektion schon weiter fortgeschritten ist. Man braucht viel Geduld, um so einen hartnäckigen Lebensgefährten wirklich dauerhaft zu besiegen. Da stellt sich manch einem vielleicht die Frage: Muss ich meinem Pilz denn überhaupt unbedingt den Kampf ansagen? Er bereitet mir keine Beschwerden und stört mich auch nicht; abgesehen davon, dass der Nagel vielleicht etwas unschön aussieht, habe ich damit gar keine Probleme.

Muss man einen Nagelpilz behandeln?

Dieser Einwand ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Tatsächlich „schadet“ ein Nagelpilz überhaupt nicht, er stellt keine Gefahr dar und ist auch nicht mit Schmerzen oder anderen körperlichen Beschwerden verbunden. Eigentlich handelt es sich also nur um ein kosmetisches Problem – und auch dieses Problem ist an den Zehennägeln wesentlich geringer, als wenn die Fingernägel befallen sind. Viele Menschen merken zudem lange Zeit gar nicht, dass sie überhaupt an Nagelpilz leiden! Andererseits ist damit zu rechnen, dass die kosmetische Beeinträchtigung im Laufe der Zeit immer gravierender wird, denn Nagelpilz verschwindet niemals von allein, sondern neigt im Gegenteil dazu, sich immer weiter auszubreiten. Was einem zu Beginn recht harmlos vorkommt, kann später ein großes Problem werden. Und ein Nagelpilzbefall in fortgeschrittenem Stadium ist keine Bagatelle mehr. Und natürlich gibt es auch sehr viele Menschen, die schon aus beruflichen Gründen gezwungen sind, stets makellos gepflegte Finger oder Zehen zu haben, beispielsweise Fotomodelle, Schmuck- oder Lebensmittelverkäuferinnen, Fleischhauer, Konditoren, Menschen mit medizinischen Berufen und Personen, die in der Kosmetikbranche arbeiten. Man sollte sich möglichst rasch in Behandlung begeben, damit sich der Pilz nicht noch weiter ausbreitet. Außerdem sollte man sich bemühen, andere nicht zu gefährden, indem man nicht barfuß herumläuft, keine Saunas und Schwimmbäder besucht und nicht dieselben Handtücher, Waschlappen, Manikürgeräte usw. benutzt wie die anderen Familienmitglieder.

Die Ansteckungsgefahr ist groß

Nagelpilz ist in erster Linie ein kosmetisches Problem. Aber er ist auch sehr ansteckend – und deshalb sollte man auf jeden Fall den Nagelpilz behandeln. Außer der kosmetischen Beeinträchtigung gibt es aber auch noch einen anderen wichtigen Einwand gegen die Entscheidung, „mit dem Pilz zu leben“: Pilze sind äußerst ansteckend. Das heißt, wer an einem Nagelpilz leidet und überhaupt nichts dagegen tut, der gefährdet andere: hauptsächlich jene Personen, die mit ihm zusammenleben oder engen körperlichen Kontakt mit ihm haben, aber natürlich auch völlig fremde Menschen, denn er verstreut überall seine Pilzerreger – in der Sauna, im Hallenbad und im Hotelzimmer. Er gefährdet aber auch sich selbst: Denn von den Nägeln aus kann der Pilz andere Hautbereiche – beispielsweise die Füße oder Handinnenflächen – befallen, und solche Pilzinfektionen können im Gegensatz zum Nagelpilz recht unangenehme Beschwerden hervorrufen. Hinzu kommt, dass pilzbefallene Nägel ein guter Nährboden für Bakterieninfektionen sind. Schon aus diesem Grund sollte man sich auf jeden Fall zu einer Nagelpilzbehandlung entschließen.

In welchen Fällen ist eine Nagelpilzbehandlung schwierig?

Es gibt allerdings auch Fälle, in denen die Aussicht auf Heilung nicht sehr groß ist – zum Beispiel bei Menschen mit bestimmten nicht heilbaren Grunderkrankungen, die Pilzinfektionen begünstigen. In solchen Fällen kommt der Pilz oft nach einer gewissen Zeit wieder und das Nagelpilz behandeln wird zu einem Geduldsspiel. Auch solche Patienten sollten natürlich etwas gegen ihren Pilz tun, sich aber von vornherein darauf einstellen, dass es ein recht schwieriger und langwieriger Kampf sein wird und dass sie ihre Nägel unter Umständen auch nach Abheilung der Pilzerkrankung mit antimykotischen Substanzen behandeln müssen, um einem erneuten Pilzbefall vorzubeugen. Das ist aber relativ unproblematisch, denn die antimykotischen Salben und Nagellacke haben so gut wie keine Nebenwirkungen. Schwierig wird ein dauerhafter Heilungserfolg vor allem in folgenden Fällen zu erzielen sein:

Problemfälle bei der Heilung von Nagelpilz
♦ Bei Menschen mit starken arteriellen Durchblutungsstörungen. Hier ist eine dauerhafte Heilung problematisch, weil der Pilz wird aufgrund der mangelhaften Durchblutung immer wiederkehren.
♦ Bei Menschen, bei denen sämtliche Zehen- oder Fingernägel befallen sind; auch in solchen Fällen ist eine endgültige Heilung nicht einfach, da bei solchen Patienten mit Sicherheit eine ausgeprägte Veranlagung für Nagelpilzerkrankungen vorliegt.
♦ Bei Diabetikern.
♦ Bei Menschen, die ständig Kortisonpräparate einnehmen, die die Immunreaktion des Körpers schwächen (z. B. bestimmte Kortisonpräparate gegen Asthma). Auch bei ihnen sind die Chancen einer dauerhaften Heilung nicht groß.

Doch auch Menschen, die zu einer der obengenannten Risikogruppen gehören, können sich schützen, indem sie einige wichtige Hygieneregeln und Vorbeugungsmaßnahmen beachten.